Der innere Kompass

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Der innere Kompass

Es gibt kaum Literatur zum Thema innerer Kompass, dennoch habe ich das Gefühl, dass wir alle über eine Art „Innerer Kompass“ verfügen. Denken wir an ein Schiff im Sturm, so kann es auch nur seinen Kurs beibehalten, wenn es über einen „Kompass“ verfügt. Schiffe ohne Orientierung kommen leicht vom Kurs ab und können unter Umständen kollidieren. Speziell in Zeiten, die von mir Höchstleistungen erforderten, war ich glücklich, über ein Instrument zu verfügen, das wie ein Kompass benutzt werden kann.

Der innere Kompass kann wie eine Konditionierung des eigenen Selbst betrachtet werden. Er ist sozusagen das Instrument, das zur inneren Ausrichtung verhilft. Speziell in Situationen, die von uns besonderer Leistungen abverlangen, wirkt eine innere Ausrichtung wie ein Korrekturinstrument, das uns verhilft auf dem rechten Weg zu verweilen. Zu solchen Situationen zählen Begebenheiten der Unsicherheit, Stress, Verzweiflung oder Not. Aber auch in guten Zeiten ist eine eigene Kurskorrektur nicht zu verachten, um den Faden im Leben nicht zu verlieren.

Stellt man sich ein Unternehmen vor, dass ein bestimmtest Ziel verfolgt, so könnte man sagen, dass eine Unternehmung mit einem vorgegebenen Unternehmensziel weitaus größere Erfolgsaussichten hat, als eine ohne festen Unternehmenszielen. Wir sehen, dass dieses Instrument in der Wirtschaft durchaus geläufig ist und als festes Instrument zur Erfolgsmessung eingesetzt wird. Wenn dieses Instrument in der Wirtschaft zu Erfolgen helfen vermag, so können wir dieses Instrumentarium auch für die eigene Erfolgsausrichtung heranziehen.

Wie wendet man den sogenannten inneren Kompass an? Es ist im Prinzip nicht schwer. Man stellt sich in Gedanken einen Kompass vor. Diesen kann man einfach vor dem geistigen Auge aufbauen. Material, Form und Ausgestaltung des Kompasses spielt dabei keine wesentliche Rolle. Sie können die Form aber auch nach Jahren verändern, wenn Sie merken, dass Sie auch innerlich gereift sind und sich Ihre Vorstellungskraft verändert hat. Ich empfehle nicht, diesen gedanklich im eigenen Körper, wie zum Beispiel im Herzen zu platzieren.

Denn an etlichen Stellen im Körper wie auch im Herzbereich befinden sich ein Chakren. Stellt man sich nun anstelle des Chakras den inneren Kompass vor, so könnte dieses durch die Vorstellungskraft gestört werden. Dieser innere Kompass muss noch beschriftet werden. Dazu kann man den Kompass mit dem Wunschziel versehen. Man  braucht nur eine Beschriftung in diesen Kompass zu setzten. Anschließend wird der Kompass in Gedanken so ausgelotet, dass die Kompassnadel auf Ihr Wunschziel zeigt. Hat man den Kompass einmal konditioniert und in Gedanken erstellt (in Wahrheit hat man damit ein Elemental erstellt), so kann man diesen immer wieder beleben, indem man an ihn denkt. Dieser Kompass wird dem Benutzer helfen, seinen Kurs in nicht außer acht zu lassen. Der innere Kompass wirkt wie ein roter Faden, der sich durch unseren Alltag ziehen kann.  

Dieser innere Kompass stellt sozusagen ein Hilfsmittel dar. Er ist ein geistiges Instrumentarium, das uns in unausgeglichenen Situationen ausloten soll. Im Grunde besitzen wir alle bereits einen solchen Kompass in unserer Seele. Denn unsere Seele weiß stets, wo sie herkommt und welches Ziel sie hat! Das bedeutet im Umkehrschluss, dass unsere Seele durchaus konditioniert ist. In ihr ist alles gespeichert, dass wir aus früheren Leben mitgebracht haben, was aufzulösen gilt und was unser höchstes Ziel ist. Diese Informationen sind im Grunde schon ein innerer Kompass – der jedoch mehr oder weniger uns unbewusst lenkt. Unsere Seele wird stets versuchen uns vor Augen zu führen, was an unserem Wesen noch nicht erledigt ist.

Sie zeigt uns unsere Fehler auf, indem sie bewirkt, dass wir uns unwohl oder gar krank fühlen. Diese Unannehmlichkeiten können sich auf bestimmte Situationen beziehen, oder ganze Lebensabschnitte in Anspruch nehmen. Aber warum ist das so? Angenommen, Sie hätten in einer Ihrer letzten Inkarnationen jemanden am Kopf nieder geschlagen und es bis heute nicht verarbeitet. So könnte es sein, dass Sie ständig unter Kopfschmerzen leiden. In diesem Fall wirkt die Seele auf unseren Körper ein. Unsere Seele gibt diese Botschaft unbewusst an unseren Körper weiter, damit wir an diesem Kopfschmerz arbeiten und ihn endlich in Liebe auflösen.

Das hört sich recht plausibel und einfach an, die Kraft diesen Kopfschmerz in Liebe aufzulösen kann jedoch in vielen Fällen ein oder mehrere Leben lang dauern. Dieser Seelenauftrag ist im Prinzip nichts anderes als ein innerer Kompass. Denn unsere Seele kennt den Grund der Kopfschmerzen und möchte diese mit allen möglichen Mitteln auflösen. Sie arbeitet im Prinzip daran diesen Seelenauftrag zu erfüllen. Nun können wir anmerken, dass wir selbst die Seele sind. Das sind wir natürlich – aber gefangen in der Materie. Das bedeutet, wir erkennen unsere Seele nicht als solches an, sondern kennen nur das Herzgefühl und den Verstand. Uns wurde der Verstand gegeben, damit er uns durch diese Welt hilft und dem Herzen dienlich ist.

Leider hat sich aber der Verstand bei vielen Menschen verselbständigt. Wenn Entscheidungen zu treffen sind, werden diese meistens vom Kopf entschieden und nicht vom Herzen. Aus diesem Grund wird der sogenannte innere Kompass, welcher den Impuls der Seele darstellt, unterdrückt. Die Seele jedoch möchte nicht ungehört bleiben, und ruft immer lauter und aktiver nach Hilfe und Handlung. Um der Seele aktiv mit dem Verstand zu helfen, können wir daher ein geistiges Instrumentarium schaffen, das uns daran erinnern soll nach den Wünschen und Bedürfnissen unserer Seele zu agieren. Bevor man selber anfängt an sich zu arbeiten, sollte man sich eine Bestandsaufnahme erstellen. Diese sollte die derzeitige Situation und Wunschziele wieder geben.

Ich würde Sie wie eine Bilanz betrachten. Nehmen wir an, wir würden im nächsten Moment von dieser Welt scheiden, so würde uns die geistige Welt ebenfalls eine mehr oder weniger solche Bilanz vor Augen halten. Darum scheuen Sie selber bei solch einer Inventur Ihres Selbst keinerlei Kritik. Seien Sie ehrlich zu sich. Blicken Sie in sich hinein und betrachten Sie Ihre Schwächen und Stärken und erarbeiten Sie Wunschziele. So eine Bestandsaufnahme könnte wie folgt aussehen:

Meine Bilanz zum 01.07.20XX

Besonders, wenn jemand aktiv an sich arbeiten möchte, ist es ratsam sich so eine Bestandsaufnahme zu erstellen. Es gibt Meinungen darüber, dass man täglich seine „geistigen Übertritte“ betrachten sollte. Ich finde, der erste Schritt ist gemacht, wenn man sich alle eigenen Aspekte notiert und diese ohne Bewertung betrachtet. Hat man sich solch eine Bilanz erstellt, so sollte man vor allem die Negativseite der Bilanz betrachten. Denn diese ist jene, an der wir arbeiten sollten. Die Positivseite kann man ohne nähere Betrachtung zur Kenntnis nehmen. Bei der Negativseite können Sie auf zwei Arten vorgehen. Seien Sie sich Ihrer Fehler ohne etwas zu beschönigen bewusst und bereuen Sie diese.

Sagen Sie sich ruhig in Gedanken,  z.B. „es tut mir Leid, dass ich neidisch bin“. Ist der Schritt erst einmal getan, so vergeben Sie sich selber und bitten Sie um göttliche Hilfe in dieser Angelegenheit. Das könnte wie folgt lauten: „Ich vergebe mir aus ganzem Herzen, dass ich neidisch bin und bitte dich geliebter Gott mir zu helfen, meinen Neid und dessen Ursachen in Liebe aufzulösen.“ Haben Sie das Gefühl, dass Sie immer noch die gleichen Fehler machen, so wiederholen Sie diese Affirmationen täglich. Wenn Sie nun mit dem Hilfsmittel „Innerer Kompass“ arbeiten möchten, so muss man den Kompass vor Gebrauch konditionieren.

Es geht dabei darum, dass man ein bestimmtes Gedankenmuster an diesen bildhaft gedachten Kompass knüpft. So kann man sich beispielsweise vorstellen, dass der Kompass auf eine Aufschrift zeigt die wie folgt lauten könnte: „Neid transformieren“. Auch bei dem inneren Kompass gehen Fehlerbekennung, innere Demut, beziehungsweise Reue voraus, bitten Sie auch hier um göttliche Hilfe bei der Visualisierung des Kompasses. Den Vorgang schildere ich schrittweise wie folgt:

  • Sie stellen sich einen Kompass vor
  • Dieser wird mit dem Wunschziel z.B. „Neid transformieren“ beschriftet
  • Knüpfen Sie ein Gedankenmuster an den Kompass:
    dafür denken Sie sich folgendes: „jedes Mal beim Denken an den Kompass tut es mir Leid, dass ich neidisch bin, vergebe ich mir deshalb aus ganzem Herzen und bitte dich geliebter Gott mir zu helfen, meinen Neid in Liebe zu transformieren.“
  • Richten Sie gedanklich nun die Nadel auf die Beschriftung „Neid transformieren“. Dadurch wird der Kompass aktiv

 

Der Vorteil des Kompasses ist, dass man sich lediglich das Bild in Erinnerung holen muss, um den gleichen Effekt zu erzielen, wie bei einem langen Gedankenmuster. Ist die Konditionierung einmal angelegt, erfolgt der Prozess der Demut und Anrufung um göttliche Hilfe automatisch. Sie müssen diese Bedingungen beim Anlegen des Bildes in Ihrem Geist nur einmal hinterlegt haben. Ich empfehle diese Visualisierung je nach Bedarf bis zu 60 Tagen vorzunehmen. Der Kompass gleicht einem Elemental, an den man eine bestimmte Bedienung knüpfen kann. Er wird aktiv, indem man an ihn denkt. Vergisst man ihn mit der Zeit, so löst sich auch das Elemental auf, das hinter dem Kompass aktiviert wurde.

Es ist jedoch aus Achtung vor dem Elemental ratsam, sich nach Ablauf der „aktiven Zeit“ von ihm zu verabschieden und es in Liebe aufzulösen. Dazu denken Sie sich einfach, „vielen Dank lieber Kompass, dass zu mir geholfen hast, meinen Neid zu transformieren, nun verabschiede ich mich von dir und schicke dich in Liebe zurück ins Licht“. Im nächsten Schritt kann der nächste innere Kompass visualisiert werden, der mit einem neuen Auftrag versehen wird. Dieser könnte dann z.B. „Rücksichtsvolles Handeln“ lauten.

Quelle Fotos: pixabay.com